Kletterschuhe - Hier erfährst Du alles wichtige zum Schuhkauf

Besser Klettern oder Bouldern mit den Richtigen

Kletterschuhe - Hier erfährst Du alles wichtige zum Schuhkauf

Besser Klettern oder Bouldern mit den Richtigen

Frederik Gottschling


Ein Beitrag von Frederik Gottschling


Meine Damen und Herren,

zum Thema Kletterschuhe präsentieren wir Ihnen die EPIC Edition, den Director's Cut, unser Standardwerk zum Thema die richtigen Schuhe fürs Klettern und Bouldern. Denn egal ob zum Einstieg oder für Fortgeschrittene, DIE richtigen Kletterschuhe für alle Lebenslagen gibt es nicht.

Mit Chris, von Travel & Trek in Nürnberg, hat Marc über (fast) alles gesprochen, was es zu diesem Thema zu sagen gibt und klären auch darüber auf, warum die Unterscheidung in Kletterschuhe für Damen und Herren eigentlich Quatsch ist und ob auch Veganer Kletterschuhe finden.

Nun aber genug der Vorspannung, die wichtigsten Infos rund um Schuhe fürs Klettern oder Bouldern im Überblick:

  • Das wichtigste zu Beginn: Deine ersten Kletterschuhe solltest du unbedingt im Laden kaufen.
  • Eng ja, aber weh tun dürfen Kletterschuhe nicht
  • Ein harter Gummi ist für den Anfang in der Regel besser, da die Muskulatur besser unterstützt wird
  • Je härter und dicker das Gummi, desto mehr halten Kletterschuhe aus, desto weniger Bewegungsfreiheit hast Du allerdings.
  • Je höher die Vorspannung, desto mehr werden die Zehen in die Zehenbox gepresst.
  • Der Downturn beschreibt die Biegung des Schuhs - je höher der Downturn desto besser lassen sich kleinste Tritte antreten.
  • In Kletterschuhe ziehst Du besser keine Socken, da der Schuh so nicht mehr perfekt an Deinen Füßen sitzt.
  • Für den Anfang empfehlen wir euch Schuhe mit Klettverschluss. Die Schuhe lassen sich schnell an- und ausziehen und der Verschluss wickelt den Schuh für einen besseren Sitz zusätzlich um den Fuß.
  • Auch die Asymmetrie ist eher etwas für Fortgeschrittene und für den Anfang empfehlen wir gleichmäßig geformte Kletterschuhe.

Kletterschuhe, ALLES was ihr wissen müsst DIRECTORS CUT

Wir haben uns mit Chris von Travel and Trek in Nürnberg getroffen und ihn hinsichtlich Schuhwissen ausgefragt. Das Ergebnis sind 45 Minuten geballtes Kletterschuhwissen en Detail.

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Verdammt ist der eng? Muss das so sein?

Jein. Denn er soll sich um Deinen Fuß schmiegen, als Anfänger auch deinen Fuß gut stützen und besonders bei Fortgeschrittenen möglichst jeder Bewegung deines Fußes folgen. Gerade die Stützfunktion zu Beginn wird unterschätzt, da Anfänger oft zu bequemen Schuhen greifen. Darin lässt sich vermeintlich besser Klettern oder Bouldern, jedoch steigt auch das Risiko für Verletzungen.

Schon bei Straßenschuhen gilt, dass Du diese besser mit den Füßen, statt mit den Augen oder per Button-Klick kaufst. Denn welcher Schuh gerade Dir und Deiner Fuß Form passt, dass findest Du nur im Geschäft mit fachkundiger Beratung und durch ausprobieren vor Ort heraus.

Harte oder weiche Kletterschuhe?

Bist Du das Gefühl von Kletterschuhen noch nicht gewöhnt, verlockt der Griff zu einem weicheren Modell. Doch Vorsicht: Je weicher das Modell, desto weniger Stütze für den Fuß bringt es mit.

Gerade bei Anfängern fehlt den Füßen jedoch noch die notwendige Muskelkraft. Harte Kletterschuhe können hier stabilisieren und unterstützen.

Weiche Schuhe sind tendenziell eher etwas für Fortgeschrittene. Sie geben Dir an den Füßen Bewegungsfreiheit und erlauben Dir mehr Spielraum beim Antreten.

Hartes oder weiches Gummi?

Wie beim Auto gibt es auch bei Kletterschuhen hartes und weiches Gummi. Je härter das Gummi, desto besser erlaubt es dir der Schuh auf kleinen Tritten anzutreten. Weicheres Gummi gibt dir wiederum mehr Bewegungsfreiheit.

Doch die Härte alleine ist nicht entscheidend - auch die Gummi-Dicke gilt es zu beachten. Je dicker das Gummi, desto schwerfälliger fühlt sich der Schuh an Deinem Fuß eventuell an. Bedenke jedoch, dass Kletterwände in der Regel eine rauhe Oberfläche haben.

Da gerade Anfänger beim Klettern oder Bouldern dazu neigen die Füße an der Wand etwas entlang zu ziehen, hält ein Kletterschuh mit dickerem Gummi hier etwas länger vor.

Dazu noch ein Tipp: Wenn ihr einen Kletterschuh besitzt, an dem das Gummi durch ist, dann lasst diesen einfach reparieren in dem Du sie neu besohlen lässt. Das ist mit ca. 10-35 EUR im Schnitt günstiger als ein neues Paar Kletterschuhe zu kaufen und schont natürlich auch die Umwelt. Kletterschuhe besohlen

Bist Du über das Anfängerstadium hinaus oder möchtest Dir ein zweites Paar Kletterschuhe kaufen, dann solltest Du Dir auch über den nächsten Punkt Gedanken machen.

Vorspannung und Downturn - was ist das jetzt?

Vereinfacht gesagt wird an der Ferse des Kletterschuhs ein Zugband angebracht. Dieses Band sorgt für die Vorspannung, sprich wie stark die Ferse hin zur Schuhspitze gezogen wird. Die Vorspannung sorgt dafür, dass dein Fuß nach vorne geschoben und die Zehen gegen die Schuhspitze, die sogenannte Zehenbox, gepresst werden.

Der Downturn beschreibt, wie stark der Schuh gebogen ist. Oft haben die Kletterschuhe am Fußballen zusätzlich eine kleine Mulde, die den Fuß stützt und diesen so noch stärker in eine Bananenform drückt.

Beides zusammen ist wichtig, um sehr kleine Tritte zu treten. Das macht die Schuhe manchmal sehr unbequem. Das verlockt dazu manchmal für ein wenig Polster zu sorgen.

Socken oder nicht Socken, das ist hier die Frage...

In Kletterschuhen ziehst Du besser keine Socken an. Durch einen Socken entsteht zwischen Deinem Fuß und dem Kletterschuh eine bewegliche Schicht und das wirkt einer engen Schuhführung einfach entgegen.

Sollte Dir der Kletterschuh anfangs jedoch unangenehm sein, so kannst Du natürlich trotzdem dünne Socken anziehen. Bei den Schwierigkeitsgraden zu Beginn deiner Karriere im Klettern oder Bouldern wird das nicht den entscheidenden Unterschied machen.

Doch aufgepasst: Sind die Socken zu dick machen sie den Schuh nur enger und damit wieder unbequemer. Gute Kletterschuhe für Anfänger sollte daher auch ohne Socken bequem sein.

Schnürung, Klett oder Slipper

Um es kurz zu machen eignet sich der Klettverschluss am Besten. Noch schneller geht es zwar mit dem Slipper, aber hier müsst ihr schon genau DAS Modell gefunden haben das perfekt an euren Fuß passt.

Beim Kletterverschluss hören die Bänder nicht einfach dort auf, wo der Schuh beginnt. Im modernen Kletterschuh werden die Verschlussbänder im Inneren des Schuhs rund um den Fuß geführt. Zieht ihr an den Bändern, wickelt ihr quasi euren Fuß komplett ein.

Im Gegensatz zu den Schnürschuhen sind die Schuhe außerdem schneller an- und ausgezogen. Dennoch haben die Schnürer ihren Vorteil, lassen sie Dir den Spielraum die Passform auf der Schuhoberseite etwas besser an Deine Bedürfnisse anzupassen.

Wie Asy ist das denn?

Bevor wir zu den Veganern kommen, kurz noch ein Wort zur Asymmetrie bei Kletterschuhen. Dazu schauen wir uns den Schuh einmal von unten an und stellen fest: Ziehst Du eine Linie über die Sohle, so gibt es Schuhe, bei denen gleich viel Sohle auf beiden Seiten der Linie ist und es gibt Kletterschuhe, da sind beide Seiten unterschiedlich ausgeprägt.

Du ahnst es schon: Eine stärkere Asymmetrie ist wieder etwas, dass eher etwas für Fortgeschrittene ist. Denn auch dieses Merkmal sorgt wieder dafür, dass der Fuß und damit die Zehen stärker in eine bestimmte Richtung und auf einen bestimmten Punkt gepresst werden. Das klingt nicht nur unbequem, dass ist es auch.

Ich bin dann mal Veg

Wie ist das denn jetzt mit den Veganern? KÖNNEN die überhaupt Klettern - also reicht denn die Kraft aus? Sicher doch. Es gibt so viel Nachfrage, dass es sogar vegane Kletterschuhe gibt. Sollte Dein Modell nicht so ohne weiteres dabei sein, frage am Besten direkt beim Hersteller nach. Manchmal gibt es den vegane Kletterschuhe erst auf direkte Nachfrage.

War's das? Nicht ganz

Bleibt noch die Sache mit dem unsinnigen Unterschied zwischen Damen- und Herrenschuhen. Denn eigentlich geht es dabei um schmale oder breitere Füße. Solltet ihr also auf der Suche nach den perfekten Kletterschuhen nicht fündig werden, dann probiert es mal mit "dem anderen Geschlecht".

Denn eigentlich ist der Kauf von Kletterschuhen ganz einfach: Ein guter Verkäufer fragt nach dem geplanten Verwendungszweck der Schuhe, um so Härte und Aufbau des Schuhs abzuschätzen. Dann kauft ihr, insbesondere als Anfänger, ein Modell das einfach eng, aber bequem am Fuß anliegt. Dann geht ihr EINFACH KLETTERN. Oder bouldern.

In diesem Sinne, viel Erfolg beim Schuhkauf. Sollten noch Fragen offen sein, so könnt ihr uns die gerne auf YouTube oder Instagram stellen.